Ausstellungen

Superstimulus

22. Februar 19Uhr
A&O KUNSTHALLE

SUPERSTIMULUS beschäftigt sich mit der Frage nach Sehgewohnheiten und visuellen Impulsen innerhalb des Bereiches der Bildenden Kunst. Der Begriff ist aus dem Bereich der Neurowissenschaft entlehnt und bezeichnet unter anderem die Stimulierung und Beeinflussung von Reizen innerhalb der Tierwelt. Wird einem Vogel ein größeres und farbintensiveres Ei neben sein eigenes gelegt, so zieht das Tier es dem eigenen vor. Während neurowissenschaftliche Forschungen belegen, dass sich Tiere der Unterscheidung von realitätsfernen Idealbildern und Natur nicht bewusst sind, kann der Mensch, zumindest in den meisten Fällen, sehr wohl zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Dennoch reagiert auch der menschliche Sehreiz auf übersteigerte Farb- und Formgebungen.

Die Ausstellung SUPERSTIMULUS spielt mit dem schmalen Grad der Übersteigerung von visuellen Reizen und generiert daraus eine Verwischung zwischen Realem und Artifiziellem. Sehgewohnheiten werden gleichsam bedient und durchbrochen, wodurch neue Zusammenhänge und Metaebenen zwischen den ausgestellten Kunstwerken entstehen. Die Präsentation der Werke von ANDREA BARZAGHI, MICHAEL EPPLER, TOBI KECK, NADJA KURZ und LISA WOELFEL vereint verschiedene Medien und Techniken in einer Ausstellung, die anhand von Inhalten, Themen und Motiven wieder neu miteinander in Verbindung gesetzt werden. Gängige Denkmuster und Sehgehwohnheiten werden hinterfragt und lassen den Betrachter darüber nachdenken, welchen Einfluss Farben, Formen und Materialien auf unsere Sehreize haben.

Facing Repetition

30. November 19Uhr
A&O Kunsthalle

“No two blades of grass are the same blade, and no two things are so different that they have no existence in common.” Clement Introbus Harris

Die Wiederholung ist eine Wiederholung einer Wiederholung, unendlich. Wenn Wiederholung nicht nur die Äquivalenz, die Gleichheit von Quantität oder Qualität ist, dann ist sie eine Folge des Denkens. Es ist der Wille, die Idee, die Kraft, die eine Person motiviert, zu initiieren und zu handeln. Es ist der Glaube, der Wunsch, die Vergangenheit, die in die Gegenwart kommen. Es ist die Darstellung von Verstandesprozessen. Die Bewegung, in der Ideen, Erinnerungen im physischen Bereich materialisiert werden. Eine Gruppenausstellung von sechs Künstlern: Manuel Schneidewind, Andrea Garcia Vasquez, Karoline Schneider, Christian Bär, Lena Teresa Flohrschütz und Vera König – mit ihnen in Sphären eintauchen, einen neuen Blick auf die Animation ihres Geistes gewinnen und selbst die Techniken des Kunstmachens erfahren.

“Facing Repetition” beleuchtet den mentalen Prozess und die physischen Aktionen zur Kunstproduktion und wirft einige Fragen auf: Was ist eine Kopie? Eine Verdoppelung? Eine Ähnlichkeit? Ein Stil? Eine Wiederholung? Ein Original? Auf der anderen Seite kann es schwierig sein, von Wiederholung und Neuem zu sprechen. Die Ausstellung zeigt die Ziele und Bestrebungen, die die Künstler motivieren, wieder zu arbeiten; die Kämpfe, denen sie gegenüberstehen, kehren auf eine leere Seite zurück. All jene wiederkehrenden Kämpfe und die Inspirationen kommen aus einem gemeinsamen Raum. Sich der Wiederholung zu stellen bedeutet gegenzustehen, sich zu konfrontieren, Aufmerksamkeit zu schenken, zu sehen.

Andrea Garcia Vasquez: Andrea, geboren in New Jersey / USA, ist von der Natur inspiriert und wahrt ihre Mechanismen. Die Muster, die in den Wechselwirkungen der Organismen auftreten, manifestieren sich mit sich wiederholenden Bildern, Skulpturen oder Techniken. Eine Visualisierung der Wirkungsweise der Natur, um sich im Vergleich zu sozialen Beziehungen und menschlichen Emotionen zu formen und zu definieren.

Manuel Schneidewind: Die Untersuchung von Erfahrungen ist das Thema der Kunstwerke von Manuel Schneidewind, beginnend mit einer intuitiven Zeichnung auf Papier. Seine Faszination für das Material und die Art und Weise, wie die Natur seine Farben und Formen wählt, veranlasst ihn, Mal- und Bildhauertechniken auf der Leinwand zu entdecken. Das Spiel mit seinen negativen Produktionen: die Formen, die durch Schnitte und Farbverluste auf der gegenüberliegenden Seite einer Leinwand entstehen.

Lena Teresa Flohrschütz: Wenn die Sprache keine Erfahrungen und Ideen ausdrücken kann, verschieben und verändern sie sich ständig. Lena Teresa Flohschütz stützt ihre Arbeit darauf, dass der Körper das natürlichste Werkzeug ist, das uns zur Verfügung steht. Ihre Bilder entstehen in einem möglicherweise irrationalen Modus, in dem physikalische Impulse den Prozess bestimmen. Ihre Kunst ist nicht der Selbstzweck, sondern das Finden einer sinnlichen Sprache, die bestenfalls als Hinweis auf einen Austausch über das Unsagbare dienen kann.

Vera König: Die Beziehung zwischen Landschaft und ihren Bewohnern ist ein dominantes Thema in Vera Königs Werk. Die Forschung in Archiven wird durch ihr anthropologisches Interesse motiviert, einen Mikrokosmos in den Notizen zu entdecken, die je nach Thema und Subjektivität des Archivs variieren. Ihre Fotografien sind eine Antwort auf das gesammelte Material und ein Versuch, die Forschung am Laufen zu halten und zu wachsen.

Christian Bär: Ausgehend von einer intuitiven digitalen Zeichnung, die versucht, die Wirkung eines Erlebnisses zu erzielen, werden die Figuren, die sich in einer hyperrealistischen Dimension entwickeln, auf die Leinwand gebracht. In diesem Prozess verfolgt Christian Bär die technischen und physikalischen Grenzen und Eigenschaften des Mediums.

Karoline Schneider: Karoline eignet sich ständig neue Techniken an. Sie verwendet und verarbeitet sie in ihren Multimedia-Rauminstallationen. Die künstlerischen Methoden sind eine Möglichkeit für sie, wichtige Themen wie Rassismus, Feminismus, (Post-)Kolonialismus aufzugreifen. Für ihre Installationen betrachtet sie gerne sozial relevante, öffentliche, historisch geprägte Orte. Die Themen werden mit sorgfältigen ironischen und doch sentimentalen Ansätzen behandelt.